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KOPFGEFÜHL

Vielleicht war es früher leichter, eine ausgewogene Perspektive zu bewahren – früher, als es noch keinen Schleier gab, als die Umwelt noch relativ einfach war, als man noch keine elektronischen Medien und Jetreisen hatte (…). Da wird es leichter gewesen sein, das innere Leben zu spüren, da wird das Gehirn eine Verzerrung in die umgekehrte Richtung vorgenommen haben und die inneren Zustände des Organismus weit stärker berücksichtigt haben. Wenn es jemals so gewesen sein sollte, dann mag es vielleicht einen kurzen magischen Zeitraum zwischen Homer und Athen gegeben haben, als vom Glück begünstigte Menschen einen Augenblick lang wahrgenommen haben, dass sich alles nur um das nackte Leben dreht und dass jeder Vorstellung von der Aussenwelt eine fortlaufende Vorstellung vom lebenden Körper zu Grunde liegt. (Antonio Damasio, "Ich fühle, also bin ich" S. 333)

Der Antrieb zu dieser Arbeit ist die empfundene Überbetonung des Geistes in der Welt und Zeit, in der ich gerade lebe. Die Sensibilisierung für das Geist-Körper Problem oder Phänomen und das Nachdenken über die Einwirkung von Kultur auf subjektive Körperlichkeit hängt mit meiner persönlichen Biografie zusammen. Mit der Erfahrung, in einer naturverbundenen Umgebung aufzuwachsen und als Erwachsener in einer komplexen Gesellschaft zu leben.

Die Recherche und Beschäftigung mit dem Thema haben mich auf den Begriff des Kulturkörpers gebracht und den Gedanken, (...) daß die Antwort auf die Frage, was Körper sei, nur lauten kann: Das, was in den verschiedenen Zeitaltern, Gesellschaften und Kulturen darunter verstanden wurde und wird. Markus Schroer, "Soziologie des Körpers" S.25

Den Bildern inne ist die Sehnsucht, diese erfahrene Zweipoligkeit und Trennung zu überwinden. Ich möchte durch meine Arbeit und deren Installation auf die körperliche Komponente des Seins hinweisen, die Aufmerksamkeit des Betrachters für sein organisches, körperliches Dasein erreichen.