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INDEX

Die Arbeit Index beschäftigt sich mit dem Blick auf Geschlecht und Körper, ausgehend von einer naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise. Der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld propagierte Anfang des 20. Jahrhunderts seine Thesen von der Vielzahl der Geschlechter jenseits ‘männlich’ und ‘weiblich’. Die dazu angefertigten Fotografien zeugen von der Suche nach Erkenntnis, stehen aber an der Grenze der Abbildbarkeit. Index greift den Gedanken des aufklärenden Mediziners Hirschfeld auf, der sich um Anerkennung von abweichenden Geschlechtern bemühte, indem er die Besonderheiten der untersuchten Personen explizit aufzeigte. Diese Entblößung vor der Kamera schafft Assoziationen, die in meiner Arbeit zu anderen wissenschaftlich anmutenden Bildern werden. Parallelen von Wahrheitssuche in Fotografie und Wissenschaft interessieren mich hier besonders. Zum anderen zeige ich meine persönliche Perspektive auf uneindeutig wirkende Menschen, organisiere aber den Blick anders. Mein pubertierender Bruder stand mir vor 15 Jahren oft Modell für fotografische Studien. Diese setze ich in Bezug zu aktuellen Portraits von androgynen Menschen. Es wird wiederum die Konstruktion von Geschlecht mittels bildnerischer Praktiken formuliert.